Geschichte Retzow und Kastaven


Das Dorf Retzow ist erstmalig 1320 urkundlich erwähnt. Der Name ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Wie so oft übernahmen die hier siedelnden Deutschen die Bezeichnungen der letzten hier ansässigen Slawen. Daraus ergaben sich dann manche kuriose Namensgebung, der Ortsname Retzow änderte sich zum Beispiel ständig; 1320 Retzoaue, 1393 Rytzowe, 1574 Retzaw, 1580 Ritzow, 1595 Kritzow.

Ruine der Dorfkirche in Retzow

Retzow war lange ein Hospitaldorf und gehörte zum Heiligen-Geist-Hospital in Lychen. Im Krieg zwischen Mecklenburg und Brandenburg/Pommern, der zur Eroberung Lychens 1440 führte, wurde Retzow mitsamt seiner Kirche völlig zerstört. Um 1700 ist die Stätte erst wieder besiedelt worden, die Kirche wurde jedoch nie wieder aufgebaut. Es gibt keine Überlieferungen, wie das Dorf früher ausgesehen hat. Das im 17. Jahrhundert neu entstandene Dorf wurde zweckmäßig als Straßendorf angelegt.

Eines der ältesten Gebäude in Retzow ist die Dorfschule. Einst eine 8-Klassen-Schule mit nur einem Klassenraum, wurde sie später umgestaltet und bis Mitte 1957 als Jugendherberge genutzt. Nach der Auflösung der Jugendherberge zog die Grundschule 1. - 4. Klasse ein. Hier wurde bis 1970 unterrichtet. Danach zog die Gemeindeverwaltung mit ihrem Büro in das Gebäude. Nach dem Fall der Mauer wurde das Untergeschoss als Kindergarten genutzt. Heute dient das Gemeindehaus als christlicher Treffpunkt, Bibliothek und Buchversand.

Im Zuge der Gebietsreform im Jahr 2001 wurde Retzow und Kastaven ein Ortsteil der Stadt Lychen.